23.02.2022
Nach vier Jahren endet das Abenteuer der Sportschützen Bremen in der 2. Luftgewehr-Freihand-Bundesliga Nord. „Leider haben einige Schützen nicht das, was sie eigentlich können, abgerufen“, stellte der Sportschützen-Vorsitzende Andreas Brenneke nach der verpatzten Relegation auf der Anlage des Bundesstützpunktes in Hannover fest.
Da die Lübecker Sportschützen als Landesverbandsoberligist auf den Versuch, in die zweithöchste Klasse aufzusteigen, verzichteten, traten nur noch neun Mannschaften in der niedersächsischen Landeshauptstadt zur Relegation beziehungsweise zur Aufstiegsrunde an. Nur die ersten beiden Teams qualifizierten sich für die 2. Bundesliga Nord.
Als Tagessieger schaffte der Zweitligist SV Olympia 72 Börm/Dörpstedt mit insgesamt 3869 Ringen aus zwei Durchgängen den Klassenerhalt, während der SV Neuenfelde mit 3848 Ringen den Aufstieg feierte. Den Sportschützen Bremen fehlten am Ende als Vierter der Relegation/Aufstiegsrunde hinter dem SV Jeversen zehn Ringe zum Verbleib in der Klasse. Die Lesumer mussten auf ihre beiden Topschützen Niels Overgaard und Nicklas Kildehoj verzichten, da diese zeitgleich an den dänischen Meisterschaften teilnahmen. Der Ligarivale SV Olympia 72 Börm/Dörpstedt vermochte hingegen personell aus dem Vollen zu schöpfen. Auch deren dänischer Topmann Mikkel Damholt Hansen war mit von der Partie und trug wesentlich zum Klassenerhalt bei.
Bei den Sportschützen Bremen sprang Cecilia van Dongen für die beiden abwesenden Dänen ein. Die Niederländerin überzeugte mit 391 Ringen im zweiten Durchgang, hatte dieses Niveau mit ihren 385 Ringen in der ersten Runde aber noch nicht ganz erreicht. Einen krassen Leistungsabfall erlebte Jens Hinrichs. Guten 389 Ringen ließ er ganze 378 Ringe folgen. Ähnlich lief es bei Eyleen Heuwinkel. Sie hatte mit 376 Ringen riesige Anlaufprobleme. „Das waren am Ende die Ringe, die uns zum Klassenerhalt gefehlt haben“, erklärte Brenneke. Mit 385 Ringen steigerte sich Heuwinkel, die einst regelmäßig Ergebnisse von mehr als 390 Ringen vorzuweisen hatte, jedoch erheblich.
Kevin Standhartinger legte mit 387 und 386 Ringen die größte Konstanz innerhalb seiner Mannschaft an den Tag und erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen. Guido Flierbaum zeigte sich mit seinen 380 Ringen im ersten Durchgang nicht zufrieden. Dennoch lagen die Nordbremer nach dieser ersten Runde mit 1917 Ringen als Zweiter hinter dem SV Olympia 72 Börm/Dörpstedt (1931) noch klar auf Kurs Klassenerhalt.
Im zweiten Durchgang drehte jedoch der SV Neuenfelde mit 1934 Ringen mächtig auf und zog noch an den „Schafschützen“ vorbei. Bei den Lesumern ersetzte in der zweiten Runde Philipp Koschinsky Guido Flierbaum. Koschinsky brachte mit 381 Ringen auch nur einen Ring mehr als Flierbaum an. Vor allem aufgrund der 378 Ringe von Jens Hinrichs kamen die Nordbremer nicht über 1921 Ringe hinaus und fielen noch hinter den SV Neuenfelde und den SV Jeversen zurück.
Die meisten Formationen verbesserten sich im Vergleich zum Auftakt und sorgten so für ein insgesamt extrem hohes Niveau. Selbst der Sechste des zweiten Durchgangs, SV Etzhorn, verzeichnete mit 1920 Ringen noch ein besseres Resultat als die Nordbremer in der ersten Runde.
Für das Team um Guido Flierbaum kommt der Abstieg ein bisschen überraschend. Noch vor nicht allzu langer Zeit hatte es sogar an die Tür zur 1. Bundesliga Nord angeklopft. Trotz der großen Enttäuschung wollen die Sportschützen den Kopf nicht in den Sand stecken. „Wir werden in der kommenden Saison in der Landesverbandsoberliga antreten und versuchen, direkt wieder aufzusteigen“, kündigte Andreas Brenneke an.
Info
1. SV Olympia 72 Börm/Dörpstedt 3869
2. SV Neuenfelde Aufsteiger 3848
3. SV Jeversen 3841
4. Sportschützen Bremen 3838
5. Hademsdorf 3837
6. SV Etzhorn 3829
7. SV Neuenlandermoor 3814
8. SV Hamwarde 3770
9. SV Kiel 3725
10. Lübecker Sportschützen 0
11.01.2022
Die Sportschützen Bremen haben die große Katastrophe in der 2. Luftgewehr (LG)-Freihand-Bundesliga Nord zumindest vorerst abgewendet. Dank eines 3:2-Erfolgs über den SSV Kassau auf der Anlage der BSG Braunschweig II in Braunschweig qualifizierten sich die Lesumer im siebten und abschließenden Wettkampf für die Relegation.
Die komplette Mannschaft war bereits am Tag vor dem Wettkampf in Braunschweig eingetroffen und hat auch eine Trainingseinheit im Landesleistungszentrum wahrgenommen. „Für den Vorabend hatten wir in einem Lokal reserviert. Die Stimmung war sehr locker, und alle hatten viel Spaß. Natürlich wurde auch diskutiert, wie das Team noch in die Relegation kommen kann“, teilte der Vorsitzende der Sportschützen Andreas Brenneke mit.
Ausgangspunkt sei gewesen, dass der Vorletzte mannschaftspunktgleich mit dem Schlusslicht KKS Nordstemmen war. „Dieser hatte aber weniger Einzelpunkte. Ziel war es deshalb, den Kassauern mindestens zwei Einzelpunkte abzunehmen“, sagte Brenneke. Der SSV Kassau sei mit seiner kompletten und sehr starken Mannschaft angereist.
„Nach einem ausgiebigen Frühstück am Sonntagmorgen ging es zur Anlage. Unser Team kam erstaunlicherweise besser in den Wettkampf als gedacht“, berichtete Andreas Brenneke. An Nummer eins bekam es Lesums Niels Overgaard, der den Vorzug vor seinem ebenfalls anwesenden Landsmann Nicklas Kildehøj erhielt, mit einem jungen und bärenstarken norwegischen Schützen zu tun.
„Martin Nesvik Voss hatte am Trainingstag eine 100 nach der anderen geschossen“, berichtete Andreas Brenneke. Doch im Wettkampf sei der Norweger nervös geworden und habe mehrere gelbe Treffer, also Neunen, geschossen, als ihm lieb gewesen seien. „Dies nutzte Niels sehr cool aus und beendete seinen Wettkampf mit 395 Ringen. Somit war der erste Punkt im Sack“, sagte Brenneke.
An Position zwei startete Kevin Standhartinger für die „Schafschützen“. „Seine ersten beiden Serien waren mal hü und mal hott. Zwischenzeitlich kam er aus dem Stand, um mit mir zu reden. Er sagte mir, dass er gut im Stand stehe, aber auch sehr aufgeregt sei“, teilte Andreas Brenneke mit. Er habe ihn dann mit den Worten „Dein Team ist gut drauf, mach dir also keine Gedanken“ beruhigt. Das Resultat waren 100 Ringe in der dritten Serie. Es folgte noch eine 95er Serie. Mit insgesamt 388 Ringen ergatterte Standhartinger den zweiten Einzelzähler für den Vorletzten.
„Unser Guido Flierbaum hatte an Position drei schwer mit seiner Gegnerin Celina Dahm zu kämpfen, konnte aber mit einem hauchdünnen Vorsprung seinen Punkt gewinnen. Damit war der Sieg perfekt“, freute sich Brenneke. Flierbaum hatte schwer mit den Nerven zu ringen. „Mein altes Problem war wieder da. Das Training ist nicht mit einem Wettkampf gleichzusetzen“, meinte Guido Flierbaum.
Jens Hinrichs, der erst gerade eine Krankheit auskuriert hatte und daher etwas geschwächt in den Wettkampf ging, lieferte ein tolles Duell gegen Kassaus Tanja Zupke. Trotz ordentlicher 382 Ringe musste Hinrichs seinen Einzelpunkt jedoch am Ende um zwei Ringe abgeben. Ebenso erging es seiner Teamkollegin Eyleen Heuwinkel. „Aber auch wenn sie ihren Punkt mit 380 Ringen leider nicht gewinnen konnte, hat sie aus meiner Sicht einen wichtigen Schritt in Richtung alter Stärke gemacht. Mit neuer Schießjacke hat sie die letzte Serie mit starken 99 Ringen beendet“, ließ Andreas Brenneke wissen.
Jetzt fiebere die Mannschaft der Relegation am 20. Februar im Bundesstützpunkt Hannover entgegen. „Wir wollen mit einem starken Team in die Relegation gehen“, kündigte Brenneke bereits an. Wie ausgeglichen es in der 2. Bundesliga zuging, stellte der KKS Nordstemmen unter Beweis. Das Schlusslicht brachte den klar favorisierten Spitzenreiter SV Bramstedt beim 2:3 am letzten Wettkampftag an den Rand einer Niederlage und erzielte dabei auch insgesamt nur fünf Ringe weniger als der frisch gebackene Meister. Der KKS Nordstemmen steigt somit in die Landesverbandsoberliga ab.
Info
Ergebnisse:
Sportschützen Bremen - SSV Kassau 3:2:
Niels Overgaard – Martin Voss 395:391;
Kevin Standhartinger – Markus Dietmayr 388:386;
Guido Flierbaum – Celina Dahm 382:381;
Jens Hinrichs – Tanja Zupke 382:384;
Eyleen Heuwinkel - Hannah Ehlers 380:382
08.12.21
Nach Jahren, in denen die Sportschützen Bremen sogar an der Ersten Luftgewehr (LG)-Freihand-Bundesliga Nord schnupperten, ist nun die Zweitklassigkeit in höchster Gefahr. „Wir konnten gegen die beiden Tabellenführer leider keine Siege einfahren“, stellte der Sportschützen-Vorsitzende Andreas Brenneke nach den beiden 2:3-Niederlagen beim Zweiten SB Freiheit II und dem Ersten SV Bramstedt in Clausthal-Zellerfeld fest.
SB Freiheit II – Sportschützen Bremen 3:2: Die Erstliga-Reserve genoss Heimrecht im Schützenheim der SG Zellerfeld. Die Gastgeber waren auch von der Nummer eins bis zur Nummer fünf topbesetzt. Niemand erzielte weniger als 387 Ringe. Dennoch hielt der Außenseiter hervorragend mit. Das lag auch an dem herausragenden Ergebnis von Nicklas Kildehøj. Die dänische Nummer eins der Lesumer leistete sich gerade einmal zwei Neunen bei zwei optimalen 100er Serien.
„Das Ergebnis von Nicklas ist deshalb auch schon hervorzuheben“, betont Andreas Brenneke. Die ebenfalls starken 393 Ringe von Freiheits Pamela Bindel langten deshalb mal ausnahmsweise nicht zum Einzelsieg. Sören Meissner legte die Messlatte für Lesums Guido Flierbaum mit ebenfalls 393 Ringen sehr hoch. An einem guten Tag hätte Flierbaum diese Hürde auch überspringen können. Doch er musste sich mit 384 Ringen zufriedengeben. Kevin Standhartinger hätte derweil schon an seine Leistungsgrenze gehen müssen, um die 392 Ringe von Jacqueline Völker zu knacken.
Die einzige wirkliche Enttäuschung beim Gast war Eyleen Heuwinkel. Diese blieb mit 378 Ringen weit unter ihren Möglichkeiten. Die 387 Ringe von Lina Meier wären für die einstige Nummer eins der Sportschützen nicht außerhalb der Reichweite gewesen. Sie hätte in Normalform für einen Überraschungserfolg der Nordbremer sorgen können. So aber wurden die bärenstarken 388 Ringe von Lesums Jens Hinrichs am Ende nicht belohnt. Dieser bewies Nervenstärke und hielt seine Widersacherin Hanna Engelken um einen Ring auf Distanz. „Das war eine gute Leistung von Jens“, freute sich auch Andreas Brenneke.
SV Bramstedt – Sportschützen Bremen 3:2: Es setzte gleich die nächste knappe Niederlage am dritten von insgesamt vier Wettkampftagen. Da die Nordbremer auch mit ihrem anderen Spitzenmann aus Dänemark, Niels Overgaard, angereist waren, ersetzte dieser seinen Landsmann Nicklas Kildehøj trotz dessen Top-Ergebnisses im ersten Duell. Dieser rechtfertigte seine Aufstellung mit einer fast ebenso tadellosen Vorstellung. Mit 394 Ringen stand er seinem Landsmann in kaum etwas nach. Damit hatte der Däne um einen Ring die Nase vorne und legte damit die Grundlage für einen möglichen Triumph.
Doch Guido Flierbaum kam an diesem Tage einfach nicht an seine Spitzenergebnisse vergangener Tage heran. Mit 380 Ringen hatte er keine Chance gegen Bramstedts Patricia Preiß (390). Im vorausgegangenen Aufeinandertreffen mit dem SV Olympia Dörm/Dörpstedt hatte sich Preiß noch mit 381 Ringe begnügen müssen und trug damit eine Mitschuld an der bisher einzigen Saisonniederlage des Klassenbesten.
Kevin Standhartinger packte noch einmal sechs Ringe im Vergleich zum ersten Match drauf und holte damit seinen Einzelzähler gegen Paula Ströbel. „Damit kann Kevin sehr zufrieden sein“, erklärte Andreas Brenneke. Nach hinten heraus wäre der Spitzenreiter auch durchaus zu packen gewesen. Hätte Jens Hinrichs seine Darbietung aus der Partie gegen die SB Freiheit II wiederholt, wäre das Team aus dem Bremer Norden auch als Sieger vom Stand gegangen.
Für die schwächelnde Eyleen Heuwinkel kam Philipp Koschinsky neu in die Formation. Die 383 Ringe, die dieser für einen Erfolg über Kathrin Buschmann hätte anbringen müssen, wären auch kein Hexenwerk für ihn gewesen. Weil er aber nicht über 377 Ringe hinaus kam, befindet sich das Team nun in der einer prekären Situation. „Die Lage hat sich weiter verschlimmert“, bestätigte Brenneke. Am letzten Wettkampftag in Braunschweig am 9. Januar treten die Lesumer gegen den Drittletzten SSV Kassau an.
„Da müssen wir versuchen, noch einen Sieg zu erringen. Als derzeit Vorletzter hätten wir dann noch die Chance, durch die Relegation den Klassenerhalt zu erzielen“, teilte Andreas Brenneke mit.